Die Serie ALMA MATER ist eine fortlaufende fotografische Werkreihe, die sich mit Diversität und Repräsentation im Kontext weiblichen Alterns auseinandersetzt.
In unserer gegenwärtigen Gesellschaft werden ältere, insbesondere weiblich gelesene Menschen vielfach marginalisiert: übersehen, romantisiert oder auf eindimensionale, stereotype Rollen reduziert. Sie entsprechen nicht dem dominierenden Schönheitsideal, das Jugend glorifiziert, ja nahezu fetischisiert, und werden im öffentlichen Diskurs häufig an den Rand gedrängt oder gänzlich unsichtbar gemacht.
Die Serie bewegt sich zwischen inszenierter Bildsprache und dokumentarischer Unmittelbarkeit – sie fordert zur Auseinandersetzung heraus, provoziert den gewohnten Blick und durchbricht tradierte Vorstellungen davon, wie Alter zu sein hat.
Der Titel ALMA MATER – dem Lateinischen entlehnt und ursprünglich als ehrende Bezeichnung für Universitäten verwendet – verweist auf Orte geistiger Nahrung, intellektueller Bildung und menschlicher Formung. Ich greife diesen Begriff bewusst auf und übertrage ihn auf Frauen, deren Lebenserfahrung, Weisheit und Präsenz prägend und inspirierend wirken. ALMA MATER steht hier sinnbildlich für weibliche Stärke, für die Würde des Alters, für gelebte Vielfalt und für die fundamentale gesellschaftliche Relevanz älterer Frauen, die allzu oft übersehen oder vergessen werden.

ENGLISH
The series ALMA MATER is an ongoing photographic body of work that explores diversity and representation in the context of female aging.
In contemporary society, older individuals, especially those read as female, are frequently marginalized: overlooked, romanticized, or reduced to one-dimensional, stereotypical roles. They do not conform to the dominant ideal of beauty, which glorifies, even fetishizes, youth, and are often pushed to the margins of public discourse or rendered entirely invisible.
The series moves between staged visual language and documentary immediacy. It invites critical reflection, challenges the habitual gaze, and disrupts conventional notions of what aging is supposed to look like.
The title ALMA MATER—derived from Latin and originally used as an honorific term for universities—refers to places of intellectual nourishment, education, and human formation. I deliberately reclaim this term and transfer it to women whose life experience, wisdom, and presence are formative and inspiring. Here, ALMA MATER stands symbolically for female strength, the dignity of age, lived diversity, and the essential societal relevance of older women, who all too often remain unseen or forgotten.
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